Kaukasus
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Mount Elbrus

Das Ende einer Ära

Am 16ten August 1998 war eine Gruppe von Bergsteigern dabei sich eine Mahlzeit in der Priut Odinatsaty.  Priut 11, zu kochen. Diese Berghütte, die oft das höchste Hotel in der Welt genannt wird, befindet sich auf den Berghängen des Elbrus, dem höchsten Gipfel in Europa.  Obwohl hier 120 Gäste untergebracht werden können, hat diese Hütte nur eine winzige Küche mit einem Gaskocher mit vier Ringen. Aus diesem Grunde benutzten die Bergsteiger ihren eigenen Gaskocher. Dieser Gaskocher geriet ausser Kontrolle und in der folgenden Panik ergriff jemand einen nahen Kanister, im Glauben er sei mit Wasser gefüllt, und versuchte das Feuer zu löschen. Der Kanister enthielt jedoch Benzin und das Feuer geriet ausser Kontrolle.   Mehrere Bergsteiger erlitten leichte Verletzungen in dem folgenden Brand. Ein Bergsteiger erlitt ernsthafte Verletzungen, als er versuchte sich aus einem Fenster abzuseilen und herunterfiel. Alles was nach 59 Jahren übrigblieb war das eiserne Skelett der Hütte. 2001 - Die neue Hütte - siehe Anhang


Elbrus vom Cheget aus

Nördlich der Hauptwasserscheide des Kaukasus liegen die zwei vereisten Gipfel des 5640m hohen vulkanischen Elbrus. Sie finden ihn in Europa in der Russischen Republik von Kabardino-Balkaria.  Seine Erstbesteigung wurde von dem Kabardinischen Killar Khashirov in 1829 unternommen. Er war zu der Zeit als Bergführer einer wissenschaftlichen Expedition der Russischen Armee angestellt.  Der westliche und etwas höhere Gipfel wurde zum ersten Mal von dem Balkanischen Bergführer, Akhia Sottaiev, in 1874 erstiegen. Er war von einer Gruppe von ausländischen Bergsteigern als Bergführer angestellt (drei Englische Kletterer: Gardner, Grove und Walker, und einem Schweizer Kletterer: Kubel).

Am Ende des 19ten Jahrhunderts machte der berühmte russische Armee-Topohraph, Andrei Pastukhov, mehrere Versuche den Gipfel zu erreichen.   Die Unfähigkeit sich richtig zu akklimatisieren vereidelte seine ersten Versuche. Die Felsen in 4960m Höhe, in deren Nähe er gezwungen war zu kampieren wurden nach ihm, in Erinnerung an seine Beiträge zum Wissen über Elbrus, benannt.

1929 erbaute man eine kleine Hütte in 4160m Höhe und nannte sie Priut 11 (die Zuflucht der 11), nach einem Zelt, welches von 11 Wissentschaftlern an diesem Punkt errichtet worden war.   Man behielt den Namen bei und 1932 wurde eine 40 Mann Priut 11 errichtet.  Im folgenden Jahr erbaute man eine kleine Hütte im The Saddle zwischen den beiden Gipfeln in einer Höhe von 5350m. Die Hütten wurden bald von Bergsteigern überflutet, da in den folgenden Jahren das goldene Jahrhundert der russischen Bergbesteigungen begann.  Das Unvermeidliche passierte schliesslich 1936, als eine grosse Gruppe von jungen und unerfahrenen Komsomol Mitgliedern den Aufstieg zu Elbrus im Winter versuchte.   Im Winter weht der Wind den Puderschnee von den höher gelegenen Berghängen und hinterlässt grosse Regionen von freigelegtem Eis.  Der Abstieg wurde bei gutem Wetter unternommen, aber einer der Teilnehmer ruschte auf dem Eis und löste eine Kettenreaktion aus.  Viele der Kletterer starben an diesem Tag. Sie rutschten über die vereisten Berghänge hinunter und zerschmetterten an den Felsen von Pastukhova.


Priut 11 vor dem Feuer

Die Pläne ein modernes Hotel zu bauen, wurden schliesslich 1939 mit einem dreistöckigem, in Metal gekleidetem Gebäude verwirklicht.   Die Planung und Konstruktion der Hütte wurde vom Architekten und Alpinisten Nicolas Popov und seinem Assistenten Ferdinand Kropf, einem Östereicher, der sich in der Soviet Union niedergelassen hatte und später Leiter des Rettungsdienstes wurde, überwacht..  Die Hütte konnte 120 Gäste aufnehmen, war doppel Verglast und wetterfest.

Während des 2ten Weltkrieges gaben die Deutschen sich alle Mühe, in der Suche nach Kraftstoff, die Volga zu überqueren und zu den reichen Ölfeldern der Kaspischen See zu gelangen.  Bei Mitte August 1942 hatte ihre Wehrmacht sämtliche Gebiete nördlich des Balkan Talles besetzt und versuchte langsam die Bergtäler des westlichen Kaukasus einzunehmen.  Am 14ten August überquerte die Alpine Division Edelweiss unter dem Komando von Kapitän Grod den 4000m hohen Khotiutau Pass vom Westen her und kam unerwartet an der Priut 11 an.  Die Deutschen gaben den wenigen Bewohnern zu verstehen, dass Widerstand zwecklos sei und gaben ihnen die Möglichkeit ungehindert die Hütte zu verlassen. Nach kurzer Absprache nahmen diese dieses Angebot an.   Kurze Zeit später war die Hakenkreuzfahne auf dem Gipfel des Elbrus zu sehen.  Verworrene Geschichten berichteten von einer "heroischen" Bombardierung der Priut Hütte durch die Russen. Der Pilot wurde für seine Bemühungen ausgezeichnet. Es wurde vorgeschlagen ihm eine weitere Auszeichnung zukommen zu lassen, als klar wurde, dass während der Bombardierung nur ein Benzinlager und nicht die Hütte selbst getroffen worden war. Andere behaupten, dass eine solche Bombardierung nie stattgefunden hat, das es nur Propaganda gewesen sei.   Die Wahrheit wird wahrscheinlich nie zu Tage kommen. Abgesehen davon wurden die Deutschen im Winter 1942 zurückgeschlagen und verliessen Stalingrad und die Volga.  Ihre Wehrmacht zog sich am 10ten Januar 1943 vom Elbrus zurück und Mitte Februar wehte die Sovietische Flagge wieder auf dem Gipfel des Elbrus.

Jene, die daran interessiert sind mehr über diese Zeit herauszufinden, sollten das Museum an der Mir Station besuchen.  Aber Sie müssen sich beeilen!  Das Dach des Museums ist undicht und die elektrische Versorgung ist abgestellt.  Es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese Sammlung noch lange besteht - sie wird höchstwahrscheinlich sich Priut 11 zugesellen und wie dieses ein verottetes Relikt der Vergangenheit werden.


Route mit der Seilbahn zum Elbrus

In der Zeit von 1959 bis 1976 wurde die Seilbahn zum Elbrus hinauf geplant und Stück für Stück gebaut.  Der letzte Abschnitt von der Mir Station zur Priut 11 ist nie fertiggestellt worden. Sie finden hier aber eine Sesselbahn, die Besucher bis nach Garabashi (3800m) hinauf bringt und von wo aus snow-cats sie weiter transportieren können.  Die Seilbahn hat die unteren südlichen Berghänge für die Skifahrer eröffnet, die häufig über Garabashi hinaus bis in den Sommer hinein Ski fahren.  Die Seilbahn hat ausserdem den Berg zugänglicher gemacht für Bergsteiger, die häufig schlecht ausgerüstet, unerfahren und untrainiert sind.

In den letzten Jahren haben einige Touristen und Reiseorganisationen ein Hotel im Baksan Tal als Ausgangspunkt für ihre Ersteigungen benutzt. Sie bleiben 2 oder 3 Tage im Hotel zur Akklimatisierung und beginnen dann den Aufstieg zum Priut 11 oder den Garabashi barrels. Sie bleiben dann ein paar Tage auf dieser Höhe und unternehmen einige Kurzwanderungen in der Hoffnung daraufhin genügend akklimatisiert und fit genug zu sein, um den endgültigen Aufstieg zum Gipfel vornehmen zu können.  Viele dieser Bergsteiger versagen und es passieren eine Menge Unfälle.

Hier steht nun die Hülle der ausgebrannten Priut 11 umgeben von Unrat und dem bombardierten Benzinlager.   Die Stelle ist immer noch einfach zu finden, Sie brauchen nur den noch vorhandenen Stromkabelnpfosten folgen.  Nur die Toiletten haben den Verfall überlebt und sind noch intakt.  Ein Zeitalter ist vergangen und wir hoffen, das eines Tages eine neue Hütte hier errichtet wird und den Bergsteigern einen Ausgangspunkt bietet, von dem sie die prächtigen Berge ersteigen können.   In der Zwischenzeit hoffen wir, dass die besuchenden Bergsteiger, in der Abwesenheit der Priut, die Möglichkeit ergreifen und die umliegenden wunderbaren Täler zu erkunden, wo sie sich ausreichend akklimatisieren und für den Aufstieg zum Elbrus vorbereiten können.

Nachschrift Im Sommer 2001 wurde der erste Abschnitt zum Erbau einer neuen Hütte unterhalb der alten Priut abgeschlossen. Der Name dieser Hütte ist Diesel Hut und liegt direkt neben den berühmten Toiletten und auf der Stelle des ehemaligen Benzinlagers.


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© Andrew Wielochowski 2/9/2014 .